Duschkabinentornado





Wenn man zuhause eine Duschkabine aus Glas mit Schiebetüren zur Verfügung hat, kann man damit lustige Sachen treiben. Als wir mit der 11. Klasse das Technorama in Winterthur (Schweiz) besuchten, ist mir ein sehr schönes Exponat in die Augen gefallen, was mich damals sehr fasziniert hat. Und zwar haben die Leute dort mit einem Ventilator und einem Rohrsystem eine stehenden Tornado im Raum erzeugt, den sie mittels Nebel und Scheinwerfern sichtbar gemacht haben. Das Prinzip ist äußerst einfach . Über einer nebelerzeugenden Quelle befindet sich ein Ventilator auf Rohrstelzen, der Luft ansaugt. Diese Luft wird in die Stelzen gedrückt, in denen sich viele kleine Düsen (Löcher) befinden. Diese Düsen werden so angeordnet, dass sie den aufsteigenden Nebel auf eine Kreisbahn blasen. Nach einiger Zeit bildet sich dann ein Tornado im Raum.
(Bilder hierzu gibt es auf der Technorama Seite) .

Bei meiner Konstruktion wurden jedoch keine Rohre mit Düsen benutzt. Vielmehr wird bei dieser Konstruktion ausgenutzt, dass sich zwischen den Glasschiebetüren der Duschkabine schon ein Luftschlitz befindet, durch den die Luft einströmen kann. Wenn man nun eine Pressspanplatte auf die Kabine legt (muss nicht sonderlich stark abgedichtet werden) und in diese Platte einen Ventilator (10 Euro Teil aus dem Baumarkt) einlässt, der die Luft aus der Kabine saugt, so strömt durch den Luftschlitz zwischen den Türen gerichtet Luft in den Innenraum.



Das führt dazu, dass sich nach kurzer Zeit eine zirkulare Luftströmung in der Kabine aufbaut. Nach und nach erhöht sich die Rotationsgeschwindigkeit und führt dazu, dass sich in der Mitte der Kabine ein stabiler Strudel zusammenschnürt, der den Nebel mit sich nach oben saugt. Und Tada! In der Dusche wütet ein Tornado.
Als Nebelquelle wurde zuerst ein Topf mit kochendem Wasser ausprobiert. Allerdings kühlte die Luftströmung den Wasserdampf so stark ab, dass man fast nichts erkennen konnte. Eine Nebelmaschine war grad nicht zur Hand, würde aber sicher auch gute Dienste leisten. Ich habe mich für die billigste Methode entschieden und habe bei unserem Supermarkt nach etwas Trockeneis gefragt (manche Discounter bekommen ihre Ware mit Trockeneis gekühlt angeliefert). Und wie man aus der Schule noch weis ergibt das feste Co2 zusammen mit kochendem Wasser einen prima Bodennebel. Dieser Nebel eignet sich hervorragend für etwaige Versuche, weil man live mitbekommt, wie der Strudel den Bodennebel ansaugt und nach oben zieht. Mit einer Trockeneisladung kann man so um die 5 Minuten Tornado verwirklichen. Das ist echt ein schöner und eindrucksvoller Versuch! Nicht verwundert war ich dann, als ich vor ein paar Monaten zu Ohren bekommen habe, das im Daimler Museum in Stuttgart nun nach dem selben Düsenprinzip mit etwa 35 Meter Höhe, der größte künstlich erzeugte Tornado der Welt fabriziert wurde (Guinness Buch Eintrag !).Die Anlage dort dient eigentlich dem Zweck bei Feuer im Museum die schädlichen Brandgase so effektiv und schnell wie möglich abzusaugen. Eine geniale Idee dies mit einem künstlichen Tornado zu verwirklichen! (Hier der Link dazu)



Hier nun einige Bilder dazu: